#saveyourinternet gegen Artikel 13!

Wir haben nicht mehr viel Zeit. Das Internet wird verändert werden, wenn wir nichts tun. Artikel 13 hat bereits die Tür geöffnet bekommen und wir sitzen mittendrin. Ein Gesetz, dass Urheberrechte schützen soll, kann zu einer Zensurmaschinerie werden. Für jeden!

Nochmal zur Erinnerung

Über Artikel 13 wird seit Wochen diskutiert. Grund dafür ist mitunter der Upload-Filter, der bei Internetportalen installiert werden muss, welche vom Usercontent leben. Dieser Filter soll Daten, seien es Videos, Bilder oder Texte, herausfiltern, bei denen es sich möglicherweise um eine Urheberrechtsverletzung handelt. Das können Lets Plays, Parodien oder Reaction-Videos sein. Das heißt: Alles was sich an anderem Content bedient, wäre somit potenziell eine Urheberrechtsverletzung.

Unternehmen die (1) 10 Millionen Euro Jahresumsatz, (2) 5 Millionen User haben und (3) länger als 3 Jahre auf dem Markt sind, müssen diesen Upload-Filter installieren. Also nicht nur Youtube, Facebook, Twitter, sondern auch Plattformen wie Patreon oder auch kleine Userseiten wie Theophil-Nerds, stehen in der Pflicht. Viel schlimmer noch: Der Filter wird wahrscheinlich mehrere tausende Euro kosten und somit nur für größere Firmen erschwinglich sein.

Unternehmen werden das Rennen machen

Das Kernproblem versuchte ich bereits abzubilden: Die großen Unternehmen werden sich diesen Filter anschaffen, die Rechtsabteilungen werden wahrscheinlich Schlupflöcher finden und letztendlich wird jeder Inhalt, der unerwünscht ist, für die Zensurmaschine Artikel 13 zum Abschuss freigegeben. Warum das?

Stellt euch vor ihr stellt ein Produkt vor. Dabei sagt ihr „Naja, so gut war das jetzt doch nicht.“. Man kann sich dabei vorstellen, dass das dem Unternehmen nicht so ganz schmecken wird. Also entscheidet dieser kurzerhand das Urheberrecht einzufordern. Ein mögliches Szenario.

Außerdem wird es wie im Falle von Instagram Firmen geben, die sich auf das Urhebrrecht nur so stürzen werden. Unter jedem Instagram Post sollte mittlerweile „#werbung“ stehen, sonst läuft man Gefahr eine Mahnung bezüglich einer Schleichwerbung zu erhalten. Jetzt stellen wir uns das im Bezug auf den jetzigen Fall vor: Subfirmen oder Kanzleien hätten die Möglichkeit Plattformen abzumahnen. Wie wir jetzt aber heute erfahren durften, werden auch die Creator mit in die Pflicht genommen. Letztendlich tut es dem Creator mehr weh, als einem Milliarden Unternehmen. Also wer leidet unter der Reform? Der Creator.

Wer profitiert? Die Musik- und Filmindustrie, sowie Verlage. Wir wissen aber bereits, wie im Fall des Content-ID Systems, dass ebendiese Creator rigoros abstrafen. Das heißt im Klartext, das Content-ID System funktioniert nicht reibungslos und Firmen strafen Youtuber für ihren Content zuhauf ab, da vielleicht 2 Sekunden eines bekannten Musikstückes gespielt wird. Was passiert letztendlich? Die Einnahmen fließen zum Urheber. Wenn jetzt aber alle Urheberrechtsverstöße vorab herausgefiltert werden, setzt das der Problematik die Mütze auf. , denn der Content landet gar nicht erst im Internet. Unklar ist, ab wann gegen das Urheberrecht verstoßen wird und gilt schon ein Satz, nein sogar ein Wort, ein verändertes Bild oder ein Ton abgestraft?

Ablehnung und Abstrafen

Es ist genug liebe EU! Den Content-Creatorn und User dermaßen einzuschränken geht nicht. Erst recht nicht zu Gunsten von Konzernen. Für uns heißt es jetzt euch davon zu überzeugen, dass die Urheberrechtsreform eine ganz, ganz schlechte Idee ist. Und erst recht, werden wir euch massiv bei der nächsten EU-Wahl und den Bundestags- und Landtagwahlen abstrafen. Weder haltet ihr euch an den Koalitionsvertrag, noch an eure mündlichen Versprechen. Die Jugend habt ihr euch jetzt gegen euch aufgebracht, gerade wenn ihr uns die Freiheit und uns junge Menschen nicht ernst nehmt.

Alex

Mehr Informationen? Hier geht es zum Infovideo der Kanzlei WBS auf Youtube.

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