Mixa als Zweittäter

Der ehemalige Bischof Walter Mixa steht in der Kritik an einer Veranstaltung der AfD in Augsburg als Redner zu aufzutreten. Nach harscher Kritik des amtierenden Augsburger Bischofs Zdarsa, rudert der Bischof nun zurück. Er habe die Veranstaltung der AfD mit einer der CSU verwechselt.

Auf den ersten Blick klingt das logisch: Die AfD und CSU nutzen gleiche Kritikpunkte bezüglich der Migrationspolitik und Religionsausübung. Nach dem 7-Punkte Plan der CSU am 15.09.2014 heißt es:

„1. Flüchtlinge müssen in den EU-Staaten bleiben, in denen sie ankommen.    
2. Die Flüchtlinge müssen innerhalb Europas gerechter verteilt werden.          
3. Wir begrüßen, dass mit dem neuen EU-Kommissar für Migration die Forderung der CSU nach einer einheitlichen Zuständigkeit für Asyl- und Flüchtlingspolitik innerhalb der EU umgesetzt wird.     
4. Um die Flüchtlingsproblematik an ihren Ursprungsorten zu bekämpfen, muss im Bundeshaushalt ein Sonderfonds Flüchtlings- und Entwicklungspolitik aufgelegt werden.
5. Die West-Balkan-Staaten müssen in die Liste der sicheren Herkunftsländer aufgenommen werden.      
6. Wer bei uns untergebracht und registriert ist, soll nach drei Monaten arbeiten können.
7. Die Unterbringung der Asylbewerber und Flüchtlinge muss in einer gemeinsamen Kraftanstrengung und engen Kooperation von Bund, Ländern und Kommunen gewährleistet werden.“

Von dieser Position weicht die CSU seither nicht ab. Die Verwechslungsgefahr mit Positionen der AfD ist daher hoch. Ob Altbischof Walter Mixa beide Parteien verwechselt hat, ist dennoch mehr als fraglich.

Die AfD Treue

Bischof Mixa ist seit jeher kein Unbekannter bei der AfD. Erst zum Neujahresempfang im Jahr 2019 der AfD sprach der emeritierte Bischof vor versammelten Publikum. Katholisch.de berichtet sogar darüber und schrieb:

„Die Zeitungen zitieren Mixa weiter mit den Worten: „Islam heißt Unterwerfung, und es gibt im Islam leider auch diese Gewalttätigkeiten.“ Daher müsse jeder, der nach Deutschland komme, „klar festgelegt werden auf den Paragrafen 1 des Grundgesetzes“, wonach jeder Mensch gleichwertig und gleich würdig und jeder vom anderen zu achten sei.“

Das diese Interpretation des Islams nicht ganz richtig ist, darf angenommen werden. Zwar lautet die Übersetzung des Wortes „Islam“ „Unterwerfung“, jedoch ist das als „sich selbst unterwerfen (vor Gott)“ gemeint. Da es kein Vergleichswort im Deutschen gibt, ist somit der Raum frei für Spekulationen.

Mit seiner Aussage ist Walter Mixa jedoch auf der Höhe von der Bürgerbewegung „Pax Europa“. Mit plakativen Sprüchen hetzt die Bürgerbewegung gegen den politischen Islam. Die Parolen lauten ebenso, dass der Islam Unterwerfung bedeute.

Mixa ist kein unbeschriebenes Blatt

Bischof Mixa hat neben seinen rechten Aussagen auch noch weitere Eskapaden zu verantworten.

Zuerst verglich Mixa den Holocaust mit Millionen Abtreibungen seit 1976. Das handelte ihm ärger mit jüdischen Gemeinden innerhalb Deutschlands ein.

Des Weiteren sprach sich Mixa gegen Atheisten aus, die er als eine „Unmenschlichkeit des praktizierten Atheismus […] im vergangenen Jahrhundert […] mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen [haben]“ betitelte. Ebenso würden in der Gegenwart Menschen „durch gottlose Verhaltensweisen wirtschaftlich und moralisch ausgebeutet.“ werden.

2010 wurde Mixa wegen nie vollständig aufgeklärten Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen zum Rücktritt gedrängt. Mixa veruntreute Gelder der Katholischen Waisenhausstiftung für den Zweck des Kunsterwerbs und soll die Prügelstrafe für Heimkinder eingeführt und sogar selbst Hand angelegt haben. Das wiesen jedoch Bistum und der Angeklagte selbst zurück. Ebenso wurde Mixa bezichtigt, einen Ministranten sexuell missbraucht zu haben, was sich jedoch als Falschaussage entpuppte. Dennoch wurde Walter Mixa aufgrund seines Verhaltens zum Rücktritt gedrängt, da die Kirche mit den Positionen des Altbischofs nicht übereinstimmte, sei es im Bezug auf die Kindererziehung oder seinen interreligiösen Aussagen.

Alex

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