E3 – Kracher und Lacher vom Sonntag

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Als ich gestern den ersten Tag der E3 erlebte, war ich froh doch eingeschaltet zu haben. Was Electronic Arts einen Tag vorher präsentierte, verblasste in Anbetracht der bemerkenswerten Pressekonferenzen von Microsoft und Bethesda. Auf der einen Seite die dunkle Welt der Games, auf der anderen die großartige Zukunft. Also stand ich zwischen Trauer und Freude, weil es doch ein paar Irritiationen gab.

Electronic Arts – gehts noch?

Kurz vorweg – seitdem EA einen Teil meiner Lieblingspublisher gefressen, durchgekaut und danach ausgespuckt hat, bin ich stinksauer auf diese Firma. Aber auf der vorgezogenen Pressekonferenz, gab es ein paar Spiele, die mich zufrieden stimmten: Unravel 2 und Sea of Solitude. Ausgerechnet die Spiele, mit denen ich nicht gerechnet habe, sehen großartig und mit Liebe gefertigt aus. Aber ich bin viel mehr entsetzt, wenn ich mir NBA live 19 ansehe, das einfach „nur so“ entwickelt wird. Schade im Übrigen um die Serie, die mir jahrelang wirklich Spaß bereitet hat. Stattdessen versucht man mit Madden und Fifa aufzutrumpfen.

Das Grausigste: Abomodelle. „Wir wollen Origin Acess weiterentwickeln“. Was soll das? Und dann der Super-GAU: Command and Conquer fürs Handy. Es zeigte mir deutlich wohin sich EA entwickelt: Weg vom Spieler, hin zum Kommerz. Besonders die Abomodelle zeigten mir, dass man weglaufende Kunden binden will, in dem man sie für eine Spiele Flatrate zahlen lässt, in der sie jedes Spiel dann zocken können. Das Problem: Die Spiele werden bei Origin Access nur langsam hinzugefügt und der Gamer zahlt über Monate hinweg nur für die gleichen Spiele.
Bevor jedoch jemand auf die Idee kommt mich für die Mobile Games-Kritik zu lynchen: Mobile Games sind nicht das Problem. Die Frage ist nur, ob diese innovativ sind. Command and Conquer ist ein Spiel das nicht in Civilisation V Manier daherkommen sollte. Davon hat niemand was. Es soll einen gescheiten Nachfolger geben, der seinen Vorgängern gerecht wird. Und EA hat immer die Tendenzen gehabt Lootboxen einzufügen, die immens teuer und unerlässlich sind.

Um noch das Topthema von EA anzusprechen: Das Knallerspiel „Anthem“ hatte bei mir jedoch gemischte Gefühle ausgelöst. Es sah aus wie Titanfall, Destiny und bisschen Overwatch. Ich traue mich nicht das Spiel gut zu bewerten, weil a) das Spiel von EA kommt und b) es aussieht wie ein Abklatsch. Daher lasse ich mich erstmal überraschen.

Microsoft – was ist denn da los?

Ori 2, Halo Infinite, Life is Strange-Nachfolger, Fallout 76, Sekiro, Forza, The Division 2, Battletoads, SoT: Forsaken Shores, Devil May Cry 5, Shadow of the Tomb Raider, Metro: Exodus, Jump Force, Gears of War 5, Session und Cyberpunk. Ich war den Tränen nahe. Im Nu verblasste die ganze EA Pressekonferenz. 50 Spiele, 18 Exklusive und 15 Weltpremieren. Klar wurden nicht alle vorgestellt. Aber was man sah, war unglaublich.

Ori 2: Ein liebevolles Spiel. Der erste Teil war großartig süß gemacht.
Halo Infinite: War ja klar! Sah schonmal geil aus.
Life is Strange-Nachfolger: War angekündigt, aber ich hab jetzt schon Spaß dran.
Devil May Cry 5: Ich konnte mich mit dem Remake nicht anfreunden – ich hoffe aber, dass die sich steigern werden!
Jump Force: Ein Kindheitstraum wird wahr!
Cyberpunk: Ich bin sehr gespannt, was die Witcher Macher uns präsentieren werden.

Soweit mal kurze Kommentare. Ja auch hier hat Microsoft Studios aufgekauft und es wurden Abomodelle vorgestellt. Ehrlich gesagt, machte mich das traurig, weil hier wie bei EA Kommerz gemacht wird. Dieses Thema will ich aber hier nicht weiter thematisieren, sonst komme ich von Hölzchen auf Stöckchen und dann werde ich nie fertig.
Die Spiele sind großartig und es ist klar das Fortsetzungen von bekannten Spielen erscheinen sollten. Es sind Spiele, mit denen ich mich zum Teil nicht identifizieren kann, beispielsweise Gears of War. Aber sei es drum, das Spiel sieht großartig aus und fast hätte ich mich überreden lassen eine Xbox zu kaufen. Aber ich warte die Sony PK ab.
Mich erfreute aber die Innovationsfreudigkeit von Microsoft. Ein Ori 2 vorzustellen, welches mit so unglaublich viel Liebe designet wurde, das zeigt, dass auch Microsoft den Sinn für Spiele nicht verloren hat. Jump Force war jedoch eine Überraschung – Bandai Namco geht Sony ein fremd und kreiert ein Spiel wo alle Anime-Stars aufeinandertreffen. Ein Kindheitstraum wird war. Endlich kann ich Son Goku gege Naruto kämpfen lassen.
Cyberpunk jedoch ist wahrscheinlich das gehypteste Spiel. Ein Spiel das das von den Entwicklern von Witcher entwickelt wird, kann doch nur gut sein – oder? Ich sage ganz ehrlich, solange keine In-Game Trailer raus sind, werde ich mich dem Hype nicht anschließen können. Es sieht ein bisschen aus wie Mad Max, Elex und Fallout (Pre-Apokalyptisch). Von daher, erstmal ruhig Blut und wir schauen mal, was das nachfolgende Trailer so bringen.

Bethesda – Heldenhaft

Leider konnte ich die Bethesda Pressekonferenz nicht live schauen, weshalb ich sie am frühen Morgen nachholte. Was ich sah, einfach nur WOW!
Elder Scrolls VI, Starfield, Elder Scrolls Blades, Fallout 76, Wolfenstein Youngblood, Prey Mooncrash, Doom 2 Eternal, Rage 2.
Kurz zu Starfiled und Elder Scrolls VI: Ja, das waren nur Teaser. Aber es zeigt es wird daran gearbeitet. Und ja, ich freue mich total auf neue Informationen über Elder Scrolls. Es ist seit Morrowind eines meiner Lieblingsspiele und ich warte schon ewig auf ein neues Elder Scrolls. Ich habe anhand der Musik und der Berge im Trailer eine Vermutung: Es wird im Gebiet des Dolchsturzbündnisses spielen. Vielleicht sogar mit den Rothwardonen? Wer weiß, ich lasse mich überraschen.

Über zwei Spiele möchte ich etwas ausführlicher sprechen:

Fallout 76

Das Spiel hat große Irritationen bei mir hervorgerufen, als die Wörter „It’s online“ gefallen sind. Fallout? Online? Warum? Aber sind wir ehrlich, dass was die Trailer dann zeigten, war mehr als ein MMORPG. Es war ein Spiel, das versuchte das Feeling von Fallout einzufangen und es zu einem Multiplayer zu vereinen. Klar kann man sich jetzt streiten: „Warum alles online machen – was soll das?“ Aber Bethesda kündigte an, es sei mehr als nur ein Multiplayergame. Es soll auch im Singleplayer spielbar sein. Wenn es also noch den Fallout Charme behält und es sich genauso spielt wie die Vorgänger, dann soll es mir recht sein. Also wird es wahrscheinlich auch kein richtiges MMORPG, sondern eher ein Fallout mit Freunden. Zumindest ist das meine stille Hoffnung.

Es gibt jedoch große Kritik gegen den Online-Wahn von großen Marken, insbesondere Bethesda. Die treiben damit keinen Schabernack. Bei The Elder Scrolls Online haben sie es bereits bewiesen: Es ist eine Mischung aus MMORPG und Elder Scrolls. Es spielt und fühlt sich zwar nicht wie ein Skyrim, Oblivion oder Morrowind, aber es ähnelt dem doch sehr. Es macht mir auch unheimlich Spaß, nicht wie WoW oder Herr der Ringe Online. Und es wird auch nicht mit vielen DLC’s zugekleistert. Klar kommt dann mal ein Morrowind-DLC raus, aber da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Von daher ist der Preis für ein DLC, wenn es denn wirklich viel mehr Content bringt, gerechtfertigt.

Elder Scrolls Blades

Hier ich war schockiert. Bethesda macht den Mobile-Kram mit. Das hätte ich nicht erwartet. Aber als ich mir dann Elder Scrolls Blades angeschaut habe, dachte ich mir „Gar nicht mal so schlecht“. Ich bin zwar kein Mobile Gamer, aber das Spiel sieht erstmal gut aus und scheint eine durchdachte Steuerung zu haben. Das Spannende: Es ist kostenlos und es soll den alten Arena-Teilen nachempfunden sein. Dazu noch die tolle Graphik? Freunde in ihrer Stadt besuchen? Toll! Danke Bethesda. Ihr legt in Sachen Mobile-Games echt vor, das soll euch einer nachmachen. Vielleicht werdet ihr sogar zum Vorreiter von guten Mobile-Games?
Klar ist das auch hier eine Geldmaschinerie. Man weiß ja nie, wie und wo letztlich Lootboxen gekauft werden sollen oder vielleicht sogar müssen. Deswegen auch hier abwarten. Bei Fallout Shelter war man meiner Meinung nach fair geblieben und hatte keinen Kaufzwang forciert. Von daher bin ich bei Bethesda guter Dinge.

Ich bin gespannt, wie es heute weitergeht. Es werden sicherlich neue Top-Games genannt. Gestern wurde auch schon Just Cause 4 angeteast, darauf freue ich mich schon sehr. Microsoft hatte vorgelegt und Bethesda aufgetrumpft. Eine Lehre habe ich aber schon aus der E3 gezogen: Abomodelle werden immer stärker auf dem Markt forciert, Lootboxen waren kein Thema (schämt man sich etwa?), Mobile-Games sind auf dem Vormarsch und EA ist untergegangen.

Heute müssen Square Enix, Ubisoft und Sony nachlegen. Morgen dann Nintendo. Aber da berichte ich noch von, ob es gelungen ist, oder nicht.

Alexander

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