Berufe ausüben

Offizielle Webpage https://www.kingdomcomerpg.com/de

Die Handwerke in Kingdom Come: Deliverance sind im Spiel zahlreich implementiert. Ob Schwertschleifen, Alchemie oder Jagen: All das kann Heinrich ausüben. Solche Berufe sind ich vielen Spielen vorhanden, mehr oder minder erfolgreich. Hat das bei Kingdom Come funktioniert?

Es ist der 3. Teil der Kingdom Come: Deliverance Serie.

(vorsicht Spoiler!)

 

Mit Herrn Capon geht Heinrich das erste Mal auf Jagd. Zuerst Hasen, danach Wildschweine. Das Spannende: Man muss taktisch vorgehen. Einfach losrennen und töten ist nicht möglich. Die Wildtiere sind zu schnell und schlagen Haken. Wer einfach mit dem Bogen draufhält, der verliert oft seine Pfeile und muss am Ende mit einer Mistgabel hinterherrennen. Fähigkeiten wie Schleichen und Jagen helfen dabei sich dem Wild zu nähern. Unsummen von Geld kann damit erwirtschaftet werden. Das Problem: Man gilt als Wilderer. Dagegen ist das Schwertschleifen oder die Alchemie einfacher, bringt aber nicht so viel Geld ein. Mit dem Schwertschmieden spart man Geld für etwaige Reparaturen und mit der Alchemie … da hatte ich den meisten Spaß mit.

Die Mechanik

Beim Jagen ist die Mechanik recht einfach: Ab in den Wald mit einem Bogen und leichter Rüstung. Beim Schwertschleifen ist es ganz anders. Ich habe erst mal gebraucht um die Anleitung für den Beruf zu verstehen. Nach ein paar Mal probieren, habe ich es dann begriffen. Es machte mir Spaß und es vermittelte mir das Gefühl, dass die Arbeit Sinn macht. Letztendlich brachte das sogar was. Das Schwert wurde von Blut und Rost befreit und hielt länger.

Auch die Alchemie war sehr sinnvoll. Ob Gifte, Heiltränke oder Questgegenstände, all das wurde von einem raffinierten System verschönert. Die Alchemie machte Spaß: Mal hier Alkohol, dann Wermut, dort zerkleinern, gegebenenfalls destillieren. Es fühlte sich gut an. Meistens zumindest. Momente in denen mir die Alchemie erschwert wurde, trieben mich manchmal in den Wahnsinn. Im Kloster musste man jeweils zwei Tränke des gleichen Rezeptes herstellen. Je mehr Tränke ich braute, desto mehr hob ich ab. Ehrlich irgendwann stand ich so weit oben, dass ich den Kessel nicht bedienen konnte. Total ärgerlich.

Und ganz ehrlich: Ich hatte total Spaß Blümchen zu pflücken. Noch nie habe ich das in einem Game gemacht. Diesmal wollte ich unbedingt Tollkirschen finden. Ich habe selten welche gesehen, aber egal. Es machte mir so vel Spaß durch den Wald zu laufen und einfach Pilze oder Pflanzen zu sammeln um neue Tränke zu brauen. Weil die Wälder so schön sind, war es für mich die Beruhigung pur.

Vorteil zu anderen Games?

Ich erinnere mich an Spiele, wo ich die Berufe als notwendiges Übel betrachtet habe. Es machte mir keinen Spaß oder brachte mir keinen entscheidenden Vorteil. Es war halt nur da. Das einzige Spiel, wo es ebenfalls sinnvoll eingebracht wurde, war Gothic. Da wusste ich: Wenn ich die Schmiedefähigkeit erhöhe, kann ich bessere Waffen herstellen. Was ich dann auch letztendlich machte.

Also muss ich ehrlich zugeben, dass in Kingdom Come überlegt wurde, welche Berufe eingebracht werden sollten. In der Alchemie konnte man irgendwann die Tränke automatisieren. Besonders für das Skillen ist das ideal. Also versuchte man nicht die Berufsausübung bis zum Exzess zu treiben und zu sagen „Du willst Stufe 20? Dann mach die Tränke manuell“. Daher wurde gut gebalanced, was die Berufe attraktiver macht. Ich wollte nicht 20 Lazarus-Elixiere erstellen, um eine Stufe aufzusteigen.

Ich finde, viele Spieleentwickler können sich bei Kingdom Come eine Scheibe abschneiden. Berufe so in Szene zu setzen ist Kunst. Ich hätte mir gewünscht, auch zu schmieden oder zu gerben. Natürlich kann man nicht alles implementieren, daher finde ich, dass Warhorse Games einen idealen Mittelweg gefunden hat.

Alexander Radej


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