Land und Leute

Offizielle Webpage https://www.kingdomcomerpg.com/de

In Kingdom Come: Deliverance haben Land und Leute eine besondere Funktion. Jeder NPC geht in erster Linie seiner Arbeit nach und jeder Beruf hat eine besondere Bedeutung in der Gesellschaft. Ob Henker, Gerber oder Schmied: Alle Berufe sind in die Gesellschaft von Kingdom Come eingeflechtet.

Es ist der 2. Teil der Kingdom Come: Deliverance Serie.

Sag mir deinen Beruf und ich sag dir wo du in der Gesellschaft stehst. Das zeigt Kingdom Come: Deliverance in jeder Phase des Spiels. Jeder Arbeiter hat über seinen Beruf etwas zu erzählen. Heinrich und ich durchreisen die Welt als Unwissende und lernen, was die Berufe im Mittelalter für eine Stellung in der Gesellschaft haben. Jede Last, jeder Nachteil, aber auch alle Vorteile lernen wir kennen.

Henker ohne Freu(n)de

Man stelle sich vor, man ist Henker im Mittelalter. Man lebt außerhalb der Stadt und hat kein gutes Ansehen. An ihm klebt das Blut der Getöteten. Letztendlich macht man nur seinen Job: Der Richter verurteilt jemanden zum Tod und der Henker führt die Strafe durch. Trotzdem möge die Menschen einen nicht. Eine Frau zu finden gestaltet sich schwer, denn jeder der mit dem Henker zu tun hat, wird gemieden. Das erzählt uns zumindest Warhorse Games in ihrem Spiel.

Dem Henker wird aber unrecht getan, denn sie waren gefragten Menschen im Mittelalter. Besonders bei Knochenbrüchen oder anderen Verletzungen waren sie besonders beliebt. Sie wussten viel über den menschlichen Körper, makabererweise aufgrund ihres Berufes. Logischerweise mussten sie wissen, wie sie den Kopf eines Menschen abtrennen mussten oder wann ein Mensch noch lebt. Von daher hatten diese immer wieder Patienten im Haus.

Dieser Gestank

Gerber und Jaucheträger sind nicht besonders beliebt in Kingdom Come. Wenn es notwendig war und man seine soziale Stellung riskieren konnte, lernte man einen dieser Berufe. Jaucheträger waren besonders gefragt, da die Städte im Mittelalter in ihren  Exkrementen versanken. Nicht nur in den Häusern, sondern auch auf der Straße lag der Boden voller Dreck. Letztlich mussten die Jaucheträger sich ständig mit dem Abfall der Anderen beschäftigen. Die Flüsse waren dermaßen verdreckt, dass Infektionskrankheiten keine Seltenheit mehr waren. Selbst Kaiser und Könige badeten sich selten, da sie sich sonst mit Infektionskrankheiten ansteckten. Zwar war die Hygiene den Menschen im Mittelalter sehr wichtig, zumindest nicht unwichtiger als heutzutage, doch musste abgewogen werden, ob ein kurzes Bad notwendig war.

Die Gerber stanken mindestens genauso wie die Jaucheträger, wenn ihr Beruf auch weniger gefährlich war. Mit Krankheiten anzustecken war nur im entfernten Sinne möglich. Doch durch die Nutzung von Suden aus Walnussblättern, Eichen- oder Kastanienrinde und auch Taubenkot erzeugte den Gestank in der Gerberei. Wer beispielsweise das berühmte Gerberviertel in Fés (Marokko) besucht, wird wissen, was ich meine. Jeder Tourist bekommt ein Päckchen Minze, damit er den Gestank ertragen kann.

Ehrbare und nützliche Berufe

Heutzutage gibt es den Spruch „Wer nichts wird, wird Wirt!“. Im Mittelalter war die Schenke der Tummelort für viele Gerüchte und Raufbolde. Getrunken wurde ausschließlich schwaches Bier, denn Trinkwasser war durch die Exkremente der Bewohner komplett verseucht. Alkohol befreite zumindest das Wasser von Bakterien.

Die Kräuterfrau war meist nicht so gerne gesehen, wenn sie auch ein Zufluchtsort besonders für Verzweifelte war. Sie kannte sich, wie die Mönche in den Klöstern, gut mit Heilmitteln aus. Neben nützlicher Medizin verkaufte sie auch Rauschmittel. Größtenteils jedoch verkaufte sie ihre Kräuter an die Ärzte der Stadt. Die Heilkundigen erstellten dann die Medikamente. Und ja – es gab damals auch schon Antibiotika, auch wenn man sie nicht so nannte und die Wirkung nicht kannte. Man wusste sehr genau, welches Medikament an welcher Stelle angebracht ist.

Die Schmiede hatten, wenn sie gut waren, ein großes Ansehen. Dabei sprechen wir nicht von Schwertern und Schilden, sondern von normalen Werkzeugen. Gute Ware, bringt gutes Geld. Wenn man besonders fähig war, hatte man auch einen Ruf weit über das eigenen Dorf hinaus. Aber das Leben war nicht besonders leicht: Wer besondere Fähigkeiten hatte, erhielt große Aufträge. Meist musste dem Lehnsherren größere Lieferungen an Waren oder auch Waffen bereitgestellt werden und das meist für einen Spottpreis. Es lag immer am Kunden, wie viel verdient wurde.

Es gibt noch weitere Berufe, die in hier nicht gewürdigt wurden, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Trotzdem sind diese hier Berufe, die mir am häufigsten bei Kingdom Come über den Weg gelaufen sind.

Alexander


Unterstützen Sie Theophil-Nerds auf Patreon!