Die bösen Youtuber  

Foto: geralt - pixabay

Die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen hat zwei große Youtuber, Gronkh und Pietsmiet, abgemahnt. Aufgrund ihrer hohen Zuschauerzahlen in den Streams, sollen beide eine Rundfunklizenz erwerben. Jedoch wird die Landesmedienanstalt nicht ohne Anzeige aktiv, sondern erst, sobald ein Vergehen gemeldet wird. Muss nun jeder kleine Streamer eine Rundfunklizenz erwerben und wie wird dieser Fall weitergehen?

Gronkh und Pietsmiet gehören mit 4,6 Millionen oder 2,1 Millionen Abonnenten zu den Gaming-Giganten auf Youtube. Jedoch werden sie von einem möglichen Streamingverbot gestört. Die Landesmedienanstalt von Nordrhein-Westfalen hat beide Streamer, aufgrund einer Anzeige, abgemahnt. Nun droht beiden Youtubern das Streamingsverbot. Was die für Auswirkungen in der Politik hat und ganz nebenbei zwei Existenzen bedroht sind, mag keiner vorausahnen. Jedoch ist das ein Präzedensfall und wird mit harten Bandagen bekämpft.

Der erste Schock

Im März 2017 titelten sämtliche Zeitungen, dass nun bald ein Streamverbot für Pietsmiet und Gronkh erteilt werde. Beide Kanäle äußerten sich zuerst verhalten und schalteten ihre Anwälte ein. Kurz darauf meldeten sich die Youtuber zu Wort und legten gegen die vorliegende Anklage ihr Veto ein. Klar war sofort, es handelt sich um ein gezieltes Ausschalten der Konkurrenz. Besonders der Youtuber Gronkh, mit bürgerlichem Namen Erik Range, sagt, dass es sich um einen weiteren Streamer in der Gamingbranche handelt, welcher eine Rundfunklizenz besitzt und beide Youtuber gezielt aus dem Geschäft verdrängen möchte. Jedoch nennt er dabei keine Namen.

Pietsmiet und Gronkh zeigten sich erschüttert über die vorliegende Anklage, jedoch hatten beide schon von einem Plan B gesprochen. Es ginge darum, die eigene Existenz aufrecht zu erhalten und das Streaming, sowie die Youtubekanäle weiter zu betreiben. Wie und wo, nennen beiden Streamer nicht direkt, sondern werden zu gegebener Zeit darüber referieren.

Im Gespräch mit der Landesmedienanstalt Hessen

Peter Smits, der Betreiber von Pietsmiet, traf sich mit dem CDU Generalsekretär Peter Tauber um seine Hilfe dabei zu erbeten. Dabei zeigte sich Tauber von seiner besten Seite und setzte sich voll und ganz für die Interessen des Youtubers ein. Der Generalsekretär vermittelte ein erstes Gespräch mit einem Vertreter der Landesmedienanstalt Hessen in Wiesbaden und war dabei zu Gast.

Peter Smits erzählte in seinem Blog vom 07.06.2017 von diesem Treffen mit Joachim Becker und Peter Tauber. Dabei wurde dem Youtuber schnell klar, dass die Gesetze für die Landesmedienanstalten veraltet seien und nicht an die digitale Welt angepasst wurden. Jeder Streamer ist dazu verpflichtet, der eine Reichweite von 500 Personen haben könnte, eine Rundfunklizenz zu erwerben. Diese kostet ca. 1000 – 10000 Euro. Ebenso liegen seit über 5 Jahren Vorschläge und Anträge der Landesmedienanstalten bei den Gesetzesmachern vor, die Gesetze anzupassen. Alle drei plädieren dafür, die Gesetze zu überarbeiten und an moderne Medien anzupassen. Ansonsten würde die Streaming- und Videobranche wegbrechen und einige Existenzen zerstören, sobald mehr Streamer angeklagt werden würden.

Kein Hass, nur Gesetze

Die Schuld des Falls trägt nicht die Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen. Diese bemüht sich seit Jahren, die Gesetze zu verändern. Jedoch ohne Erfolg, da die Prioritäten der jeweiligen Bundesländer wo anders lägen. Vielmehr noch, spricht der Vertreter der Landesmedienanstalt in Hessen von einem fehlenden Verband für Youtuber und Streamer. Letzten Endes erreichen Vorschläge seitens der Youtuber nicht die Staatskanzleien, was zu einem wachsenden Missstand führt. Peter Smits verkündete in seinem Blog ebenfalls, sich dafür einzusetzen, dass Youtuber zukünftig ihre eigene Lobbyarbeit über einen Verband verrichten sollen. Jedoch äußert er sich nicht näher zu dieser Idee. Gronkh hingegen schweigt über weitere Pläne, aber schließt vorerst aus seine Firma weiter im Ausland zu führen, um der Rundfunklizenz zu entgehen.

Die Landesmedienanstalten reagieren nur auf Anklagen und jeder Streamer muss, laut Gesetz, eine Rundfunklizenz erwerben. Jedoch sollte erst einmal abgewartet werden, wie sich der Fall zwischen beiden Youtubern und der Landesmedienanstalt weiterentwickelt. Erst wenn der Präzedensfall ausverhandelt ist, kann erkannt werden, wie sich die Gesetze zum Thema der neuen Medien verändern werden. Jedoch kann nicht jeder Streamer abgemahnt werden, da der Arbeitsaufwand für die Landesmedienanstalten zu aufwendig wäre, doch das ist jederzeit möglich. Vielmehr noch, handelt es sich bei Pietsmiet und Gronkh um eine gezielte Anklage.

Alexander


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